29.07.15, 05:36:49

Leben im Quartier - Martinsviertel II - LAP-06


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Datum der Erstsendung: 01.11.2011

Die heutige Sendung trägt den Titel

„Leben im Quartier – Martinsviertel II – Osttangente und Sanierung.“

Während des gesamten Jahrzehnts der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts erregten zwei Themen die Bewohner des Darmstädter Martinsviertels und schließlich auch ganz Darmstadts.

Ein ganzer Stadtteil mit damals ca. 14.000 Einwohnern wehrte sich gegen Pläne der Kommunalpolitiker, eine fast 40 m breite Autobahntrasse durch den alten, gewachsenen Stadtteil zu schlagen und die vorhandenen Strukturen zu zerstören. Viele Gebäude sollten abgerissen werden, um einer Stadtautobahn sowie neuen Hochhäusern im Stil der Siebziger Jahre Platz zu machen.

Der Konflikt wurde auf vielen Ebenen ausgetragen. Langsam organisierte sich der Widerstand der Bevölkerung gegen die Pläne. Es entstand eine frühe Bürgerbewegung. Sie nahm das voraus, was damals in der Kommunalpolitik – eigentlich überhaupt in der noch relativ jungen Demokratie der Bundesrepublik – noch unbekannt war: Bürgerbeteiligung. Heute ist dieses Schlagwort überall bekannt. Damals war es ganz neu: Betroffene zu Beteiligten machen – das gab es noch nicht. Und dass Experten in Stadtplanung auf der Seite der Bürger standen und sie sachkundig unterstützten, und dass diese Experten auch noch von der Kommune bezahlt wurden – das war vollständig neu. In den Augen mancher Politiker war das ja schon nahezu unanständig.

Die landläufige Meinung war: Demokratie ist, wenn der Bürger bei den demokratischen Wahlen ein Kreuz auf dem Wahlzettel macht – das war´s dann auch.

Wo kämen wir denn dahin, wenn wir da hin kämen, dass alle Bürger mitkämen mit dem, was die Politik macht.

Politik und Politiker erlebten mit dieser Haltung einen Reinfall. Die politische Landschaft Darmstadts wurde schließlich wegen der Konflikte um Osttangente und Sanierung nachhaltig verändert. Einige Jahre vor der neuen politische Richtung „Die Grünen“ formierte sich in Darmstadt bereits eine Wählergemeinschaft mit vergleichbarem Programm.

Vieles liegt 40 Jahre zurück, ist aber in der Erinnerung vieler Menschen noch ganz frisch. Ich habe mit drei Zeitzeugen über diese Vorgänge sprechen können:

Charlotte Richter und Regina Olbricht gehörten zu denen, die den Plänen Widerstand leisteten. Sie wehrten sich aktiv.

Hermann Stumme war damals Leiter des Stadtplanungsamts. In dieser Eigenschaft hatte er als Bediensteter der Stadt Darmstadt mit den Vorhaben der Politiker beruflich zu tun.

Ich danke diesen Dreien für Ihre Bereitschaft zu den Gesprächen und für all die Informationen und Meinungen, die sie mir mitteilten. Ohne diese Gespräche hätte ich die Sendung nicht machen können.


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gegendasvergessenlebensarbeit
Kommentare (4)



RSS Kommentare

  • modi
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    ZXc

  • tfi
    April 15, 2021, 08:30
    ncie post ...

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